Historique

Compagnie du Chemin de Fer Montreux-Oberland Bernois:

 

 

Am 17. Dezember 1901 begann mit der feierlichen Eröffnung eines ersten Streckenabschnitts zwischen Montreux und Zweisimmen ein grosses Abenteuer der Eisenbahngeschichte; die gesamte Strecke (63 km) wurde am 6. Juli 1905 fertiggestellt. Am 8. Juni 1912 wurde ein neuer, 13 Kilometer langer Abschnitt von Zweisimmen bis Lenk fertig. Als erste elektrische Eisenbahnlinie dieser Art verlangte die Montreux-Oberland Bernois (MOB), das Bindeglied der grossen alpinen Querverbindung von Montreux über Interlaken nach Luzern, das später unter dem Namen GoldenPass berühmt wurde, den Ingenieuren jener Epoche das Äusserste an Erfindergeist ab. Der MOB-Tätigkeitsbericht von 1998 nennt die wichtigsten Zahlen zur Hauptlinie, ohne Nebenlinien: 2.177.452 Fahrgäste, 1.196.260 gefahrene Kilometer, 348 Tonnen Gepäck, 37.100 Tonnen transportierte Waren, 312 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 40 Bahnhöfe und Haltestellen und ein Fuhrpark mit 27 Lokomotiven und 60 Waggons.

 

Seit ihrer Eröffnung und während ihrer gesamten Betriebsdauer war die Eisenbahnstrecke sehr beliebt und wurde weit über die Grenzen der Schweiz hinaus vor allem in den angelsächsischen Ländern berühmt. Die Compagnie du Chemin de Fer MOB war um den Reisekomfort ihrer Fahrgäste stets bemüht und setzte nur sicheres und komfortables rollendes Material ein. So gibt es bereits seit 1906 zwischen Montreux und Zweisimmen einen Speisewagen im Zug. Seit dem 15. Juni 1931 fahren Pullmann-Schlafwagen der Internationalen Schlafwagengesellschaft und grosse europäische Expresszüge auf derselben Linie hin und her, mit direkter Anbindung nach Interlaken. Die Weltwirtschaftskrise von 1932 führte zur Einstellung des regulären Verkehrs bis Ende 1933. Dank der Unterstützung der öffentlichen Hand und der Schweizer Armee wurden nach dem Zweiten Weltkrieg umfangreiche Trassen-Renovierungsarbeiten durchgeführt. Es konnte leichteres rollendes Material angeschafft werden. Nach dem neuen Schweizer Eisenbahngesetz von 1957 erhält die Compagnie du Chemin de Fer MOB 12 Millionen Franken für technische Ausstattung und Renovierungsarbeiten. So wurde es zwischen 1966 und 1973 möglich, vier Gelenktriebwagen und 15 Reisewaggons anzuschaffen, den Abschnitt von Montreux bis Montbovon mit einer Streckenblockanlage auszurüsten und Stromversorgung und Gleise zu modernisieren.

 

Von 1974 bis 1976 konnten dank eines neuen 6,5-Millionen-Franken-Förderprogramms die Sicherheitsanlagen auf der Strecke Montreux-Zweisimmen fertiggestellt und zwei neue Gelenktriebwagen angeschafft werden. Das im selben Zeitraum gebaute Umspannwerk Rougement vervollständigt die Bahnstromversorgung mit Gleichstrombahnen und ergänzt die beiden Umspannwerke Sendy und Allières. Eine Eigenkapitalinvestition der Gesellschaft in Höhe von 9 Millionen Schweizer Franken vervollständigte die Förderung und ging zum grossen Teil in den Einkauf von Materialien und die Inbetriebnahme alter Belle-Époque-Anlagen; sie floss ausserdem in verbesserte Signalanlagen von etwa 40 Niveauübergängen, in die Renovierung von Gebäuden und den Bau eines Panoramawagens.